Die Bilder von Ursula Maria Lovis begleiteten die Fastenzeit 2026.

Sonnengesang – Lobpreis der Schöpfung. Inhaltlich schließt die Ausstellung an die Banneraktion „Wäre Jesus Klimaaktivist“ im Sommer 205 an. Sie unterstreicht ferner am Beginn der Fastenzeit mit dem Aufruf zum Klimafasten die Wichtigkeit zum bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen: So viel du brauchst – nicht weniger und gleichzeitig auch nicht mehr. 

Für die Künstlerin sind die Texte des Sonnengesangs von Franz von Assisi sowie der „Kritische“ Sonnengesang von Hildegard Stockmann Inspiration zu den Bildern.

Ausstellungseröffnung 22. Februar 2026

Sonnengesang des Hl. Franziskus

Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.
Dir allein, Höchster, gebühren sie
Und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
besonders dem Herrn Bruder Sonne,
der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.
Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:
Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr,
für Schwester Mond und Sterne.
Am Himmel hast du sie geformt,
klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,
für Bruder Wind,
für Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter,
durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.
Gelobt seist du, mein Herr,
für Schwester Wasser.
Sehr nützlich ist sie
Und demütig und kostbar und keusch.
Gelobt seist du, mein Herr,
für Bruder Feuer,
durch den du die Nacht erhellst.
Und schön ist er und fröhlich und kraftvoll und stark.
Gelobt seist du, mein Herr,
für unsere Schwester Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt,
mit bunten Blumen und Kräutern.

Gelobt seist du, mein Herr,
für jene, die verzeihen um deiner Liebe willen
und Krankheit ertragen und Not.
Selig, die ausharren in Frieden,
denn du, Höchster, wirst sie einst krönen.

Gelobt seist du, mein Herr,
für unsere Schwester, den leiblichen Tod;
kein lebender Mensch kann ihm entrinnen.
Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.
Selig, die er finden wird in deinem heiligsten Willen,
denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobet und preiset meinen Herrn und dankt und dient ihm in großer Demut.

„Kritischer“ Sonnengesang 
(Hildegard Stockmann) 

Gelobt seist Du, mein Herr, durch deine Schöpfung.
Besonders durch die Sonne,
die der Welt Licht und Leben schenkt
und Tag für Tag kraftvoll die Giftschwaden durchdringt,
mit denen wir uns den Himmel verdunkeln.

Gelobt seist Du durch die Sterne.
Unerreichbar sind sie, faszinierend und schön.
Sie geben Zeugnis von deiner Allmacht
Und lassen Deine Herrlichkeit ahnen.
Sie weisen uns in Schranken,
wenn wir uns wie die Herren der Schöpfung gebärden
und wieder nach den Sternen greifen wollen.

Gelobt seist Du durch den Wind, der die Welt bewegt,
der den Samen verteilt und Regenwolken bringt,
damit unsere Äcker fruchtbar werden.
Doch der Wind wird mehr und mehr zu einer Naturgewalt,
die wir fürchten,
weil das Klima immer wärmer wird durch unsere Schuld.

Gelobt seist Du durch das Wasser.
Kostbar ist es. Unbezahlbar.
Und doch vergeuden wir es,
als sei der Quell unerschöpflich.
Wir vergiften es um des Profits willen und
Lassen lebendige Flüsse und Meere zu Kloaken werden.

Gelobt seist Du durch die Wälder
In dem verheißungsvollen Grün des Frühlings,
in der Fülle des Sommers,
in der Farbenpracht des Herbstes
und der Ruhe des Winters.

Gelobt seist Du durch die Pflanzen, Blumen und Bäume,
deren Artenvielfalt wir Tag für Tag reduzieren,
deren Gene wir patentieren und vermarkten,
deren Schönheit wir als reinen Nutzwert sehen.

Gelobt seist Du durch die Tiere,
die in den sterbenden Wäldern und auf überdüngten Feldern
und in verseuchten Gewässern
und der verpesteten Luft überleben.
Besonders durch die Vögel,
die unverdrossen Tag für Tag dein Loblied singen.

Gelobt seist Du auch durch die Tiere, die uns zum Nutzen sind.
Du hast sie uns anvertraut als unsere Mitgeschöpfe.
Doch wir benutzen sie, gedankenlos, gefühllos,
und sprechen ihnen jegliche Lebensberechtigung ab,
wenn sie ihre Zwecke nicht erfüllen.

Gelobt seist Du, mein Herr, durch die
Menschen, die sich dafür einsetzen, der Erde
Das Gesicht zurückzugeben, das Du ihr einst gegeben hast.