
Nachdem ihre Heimat im Nordirak 2014 vom sogenannten "Islamischen Staat" überfallen und zerstört wurde, haben viele Jesidinnen und Jesiden in Tübingen ein neues Zuhause gefunden. Im Jahr 2015 gab Ministerpräsident Kretschmann den Anstoß dafür, ein Sonderkontingent von 1000 jesidischen Frauen und Kindern, die die Gewalt des IS überlebt hatten, aus humanitären Gründen in Baden-Württemberg aufzunehmen. Davon fanden 31 Personen in Tübingen Zuflucht. Hier haben sie sich nun mit ihren Familien niedergelassen und befinden sich mittendrin im "Ankommen". Trotz ihres schweren Schicksals ist es bemerkenswert, wie sich die Menschen entwickeln und welche Ziele sie verfolgen, auch angesichts kultureller Diskrepanzen und behördlicher Hürden. Aus ihrer Kultur bringen die Neubürgerinnen und -bürger mit jesidischen Wurzeln viel Eigenes, Wertvolles und Bereicherndes in die Aufnahmegesellschaft mit.
In der Ausstellung lassen sie uns teilhaben an ihrem „Hier & Jetzt“ und zeigen uns, was sie „geschafft“ haben und worauf sie stolz sind. Die Fotos sind auch ein Zeugnis des Überlebenswillens und der Zukunftsorientierung dieser Menschen. Denn trotz der massiven Gewalt und Gräueltaten, die sie durchleben mussten, wollen sie einen Weg in die Zukunft finden.
Hier & Jetzt ist ein Ausstellungsprojekt zusammen mit dem Projekt Passerelle Tübingen, dem Fotografen Enzo Deza und Angehörigen der jesidischen Gemeinschaft in Tübingen. Mit den Fotos möchte das Projektteam die Geschichten der Jesiden und Jesidinnen erzählen und deren Ankommen und Verwurzeln in Tübingen abbilden.
Mehr erfahren zur jesidischen Gemeinschaft auf den Seiten des Projekts Passerelle.