Fotoausstellung über das Ankommen und Verwurzeln der Jesidinnen und Jesiden in Tübingen

Hier & Jetzt

Nachdem ihre Heimat im Nordirak 2014 vom sogenannten "Islamischen Staat" überfallen und zerstört wurde, haben viele Jesidinnen und Jesiden in Tübingen ein neues Zuhause gefunden. Im Jahr 2015 gab Ministerpräsident Kretschmann den Anstoß dafür, ein Sonderkontingent von 1000 jesidischen Frauen und Kindern, die die Gewalt des IS überlebt hatten, aus humanitären Gründen in Baden-Württemberg aufzunehmen. Davon fanden 31 Personen in Tübingen Zuflucht. Hier haben sie sich nun mit ihren Familien niedergelassen und befinden sich mittendrin im "Ankommen". Trotz ihres schweren Schicksals ist es bemerkenswert, wie sich die Menschen entwickeln und welche Ziele sie verfolgen, auch angesichts kultureller Diskrepanzen und behördlicher Hürden. Aus ihrer Kultur bringen die Neubürgerinnen und -bürger mit jesidischen Wurzeln viel Eigenes, Wertvolles und Bereicherndes in die Aufnahmegesellschaft mit.

In der Ausstellung lassen sie uns teilhaben an ihrem „Hier & Jetzt“ und zeigen uns, was sie „geschafft“ haben und worauf sie stolz sind. Die Fotos sind auch ein Zeugnis des Überlebenswillens und der Zukunftsorientierung dieser Menschen. Denn trotz der massiven Gewalt und Gräueltaten, die sie durchleben mussten, wollen sie einen Weg in die Zukunft finden.

Hier & Jetzt ist ein Ausstellungsprojekt zusammen mit dem Projekt Passerelle Tübingen, dem Fotografen Enzo Deza und Angehörigen der jesidischen Gemeinschaft in Tübingen. Mit den Fotos möchte das Projektteam die Geschichten der Jesiden und Jesidinnen erzählen und deren Ankommen und Verwurzeln in Tübingen abbilden.

Mehr erfahren zur jesidischen Gemeinschaft auf den Seiten des Projekts Passerelle.

Veranstaltungen zur Ausstellung

  • Vernissage: Sonntag 25. Februar ca. 12 Uhr, Kirche St. Michael
    Nach dem Gottesdienst gegen 12 Uhr wird die Ausstellung in der Kirche St. Michael zusammen mit Herma Klar eröffnet. Sie arbeitet ehrenamtlich für den Verein Passerelle, der die Ausstellung zusammen mit Tübinger Jesid*innen entwickelt hat. Das Passerelle unterstützt Menschen mit Fluchterfahrung beim Übergang in eine neue Kultur.  
    Entstanden ist eine Ausstellung mit beeindruckenden SchwarzWeiß-Fotografien, die in der Kirche St. Michael bis zum 17. März zu sehen sind.
     
  • Lesung: Freitag 01. März 19.30 Uhr, Kirche St. Michael
    Jihan Alomar wird ihr Buch „Dankbarkeit – Die schlimmste Zeit meines Lebens“ vorstellen, das ihre Geschichte erzählt. Die Jesidin musste mit zehn Jahren vor den IS-Terroristen aus ihrer Heimat im Nordirak fliehen und hat durch die brutalen tödlichen Gewaltakte des IS viele Familienmitglieder verloren.
    Vor der Lesung wird um 18.30 Uhr in der Kirche ein Film über die Religion und Situation der Jesiden in ihrem Heimatland gezeigt.
     
  • Abendgespräch: Montag 11. März 19.30 Uhr, Kirche St. Michael
    Unter anderem mit Duleem Ameen Haji, einem der Sprecher des Films. Duleem Ameen Haji ist Jeside. Er floh mit 19 Jahren aus dem Nordirak, als die Terrormiliz IS die jezidischen Gebiete eroberte. Jetzt studiert er Medizin und engagiert sich im interreligiösen Dialog.
    Der Film über die Religion und Situation der Jesiden in ihrem Heimatland wird vor der Gesprächsrunde um 18.30 Uhr in der Kirche erneut gezeigt.

Ausstellungseröffnung 25.02.2024

Lesung Jihan Alomar 01.03.2024

Abendgespräch mit Katja Dorothea Buck und Duleem Ameen Haji am 11.03.2024