Wort der Hirschauer Kirchengemeinden zur aktuellen Situation

Liebe Hirschauerinnen und Hirschauer, liebe Schwestern und Brüder,

wegen der Ausbreitung des Corona-Virus sind nun auch die Kirchen aufgefordert, Veranstaltungen weitgehend abzusagen. Gottesdienste sollen voraussichtlich bis einschließlich 19. April nicht mehr stattfinden. Diese Entscheidung fällt sehr schwer, dennoch ist diese Entscheidung notwendig, um die rasante Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Die Seelsorge und sehr dringende Kasualgottesdienste, insbesondere Beerdigungen, werden stattfinden – wenn auch nur im kleinen Kreis (nach den behördlichen Vorgaben bezüglich der teilnehmenden Personenzahl).

In dieser schwierigen Situation ist es uns als Kirchengemeinden wichtig, dass wir miteinander verbunden bleiben, Sorgen teilen, einander helfen und füreinander beten. Dazu möchten wir Sie ermutigen.

  1. Miteinander verbunden bleiben: Bitte halten Sie in der Gemeinde und darüber hinaus so gut es geht (zum Beispiel telefonisch oder per Mail) Kontakt. Versuchen Sie auf dem Laufenden zu bleiben, wie es Nachbarn, Freunden oder Bekannten geht. Besonders Ältere und alleinlebende Menschen haben derzeit oft wenig persönliche Begegnungen, da sie angehalten sind, zu Hause zu bleiben, oder weil Treffpunkte geschlossen und soziale Aktivitäten abgesagt werden. Gerade für Sie ist es wichtig, Kontakte zu pflegen.
     
  2. Sorgen teilen: Bleiben Sie mit Ihren persönlichen Sorgen angesichts der derzeitigen Lage bitte nicht allein, sondern sprechen Sie miteinander darüber. Gerne dürfen Sie sich auch jederzeit bei uns (Pastoralreferentin/Pastorale Ansprechperson Lutz, Tel. 07071/791374, Pfarrerin Rittberger-Klas/Pfarrer Rittberger, Tel. 07071/73458) melden, wenn Sie das Bedürfnis haben, mit jemandem zu reden. Auch wenn die Probleme bleiben, tut es oft gut, Fragen und Sorgen auszusprechen und zu teilen.
     
  3. Einander praktisch helfen: Besonders bei der Kinderbetreuung und beim Einkaufen, aber auch in anderen Feldern ist immer wieder praktische Hilfe gefragt. Bieten Sie deshalb doch bitte anderen Ihre Unterstützung an, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben. Haben Sie aber auch den Mut, andere wenn nötig um Unterstützung zu bitten. Sie können in diesem Fall auch gerne in den Pfarrämtern anrufen – wir versuchen, soweit es uns möglich ist, Hilfe zu organisieren.
      
  4. Füreinander beten: Denken Sie nicht zuletzt im Gebet aneinander – gerade auch an die Menschen, die von der Krise besonders betroffen sind. Auch wenn wir derzeit keine gemeinsamen Gottesdienste feiern können, gibt es Möglichkeiten, zu Hause Andacht zu halten. Deshalb läuten die Glocken von St. Ägidius dennoch am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr und am Dienstagabend um 18.30 Uhr als Aufruf zum häuslichen Gebet – verbunden in ökumenischer Geschwisterlichkeit und Solidarität. Die St. Ägidius-Kirche bleibt geöffnet. Hier finden Sie auch Texte für gottesdienstliche Feiern im privaten Rahmen. Ebenfalls weisen wir auf die Fernsehgottesdienste im ZDF am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr hin. Im Internet veröffentlichen die Kirchen zudem Aufzeichnungen von Gottesdiensten (für die evangelische Kirche zum Beispiel www.kirchenfernsehen.de, für die katholische Kirche zum Beispiel per Livestream auf der diözesanen Homepage www.drs.de) sowie Predigten und eine Liturgie für Gottesdienste im privaten Rahmen (für die Evangelische Landeskirche unter www.elk-wue.de/corona/geistliches). Einen Vorschlag für Fürbitten finden Sie unten.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit! (2. Timotheus 1,7)

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen Gottes Geleit in diesen Tagen und Wochen,

Ihre

Gabriele Lutz (Pastoralreferentin/Pastorale Ansprechperson) und Karoline Rittberger-Klas (Pfarrerin)

 

Fürbitten in Anlehnung an einen Vorschlag des Lutherischen Weltbundes

Du Gott des Lebens, das Coronavirus breitet sich aus. Es verändert das Leben von uns allen. Wir bitten dich:

Heile die, die krank sind. Unterstütze und beschütze ihre Familien, Angehörigen und Freunde vor Ansteckung. Sei bei denen, die Angst haben. Halte die Sterbenden in deiner Hand und tröste alle, die trauern.

Sei bei denen, die jetzt einsam sind und persönliche Kontakte vermissen. Stärke die Menschen, deren Arbeit und Einkommen durch Schließungen, Quarantänen, geschlossene Grenzen und andere Einschränkungen bedroht sind.

Schenk uns deinen Geist der Besonnenheit und Solidarität, dass wir zusammenwirken, um die Ausbreitung des Virus und seine Wirkungen einzuschränken. Schenke uns deinen Geist der Liebe, dass wir aufeinander achten und einander helfen, wo Hilfe nötig ist.

Stärke und schütze alle, die im Gesundheitswesen, in Praxen und Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen Bereichen der Medizin arbeiten. Inspiriere die Forschenden, die an Impfstoffen, Medikamenten und der Herstellung medizinischer Ausstattung arbeiten.

Leite die politisch Verantwortlichen, dass sie kluge Entscheidungen treffen und danach handeln. Halte die Ausbreitung von Falschinformation und Gerüchten zurück.