Indien

Weihnachten in Kerala

In der Adventszeit bereiten wir uns auf Weihnachten vor. Ein Fest der Freude, des Teilens und der Gemeinschaft. 
Ich möchte erzählen wie es in meiner Heimat in Kerala in Indien gefeiert wird.

Weihnachten in Kerala, das oft als „Gottes eigenes Land“ bezeichnet wird, ist eine einzigartige und herzliche Feier, die von Gemeinschaft, Wärme und tief verwurzelten Traditionen geprägt ist. Anders als in vielen anderen Teilen der Welt, wo Weihnachten kommerzieller geprägt sein mag, vereint das Fest in Kerala religiöse Hingabe und gemeinschaftliche Festlichkeiten, die Menschen verschiedener Glaubensrichtungen näher zusammenbringen. Diese besondere Zeit fördert Liebe, Freundlichkeit und Freude und überwindet religiöse Unterschiede.

Eine der liebsten Traditionen während der Weihnachtszeit in Kerala ist das Backen und Teilen von Weihnachtskuchen. Dies ist nicht nur ein Brauch innerhalb der christlichen Familien, sondern auch ein Zeichen der Freundlichkeit gegenüber Freunden, Nachbarn und sogar Kollegen, unabhängig von deren religiösem Hintergrund. Familien bereiten den traditionellen Früchtekuchen mit Trockenfrüchten, Gewürzen und Nüssen zu, der dann sorgfältig verpackt und an alle, auch an nicht-christliche Freunde und Kollegen weitergegeben wird. Der Weihnachtskuchen wird so zu einem Mittel, die Botschaft der Liebe und Freundschaft zu verbreiten und Brücken zu bauen, die über religiöse Grenzen hinausgehen.

Ein weiteres Highlight der Saison in Kerala ist das Weihnachtsliedersingen. Gruppen von Menschen, jung und alt, versammeln sich und besuchen Häuser in der Gemeinde, singen Weihnachtslieder und verbreiten festliche Freude. Gekleidet in Weihnachtsmützen und ausgestattet mit Musikinstrumenten ziehen sie von Haus zu Haus und erfüllen die Luft mit Liedern über die Geburt Christi.

Ein besonderes Merkmal des Weihnachtsfestes in Kerala ist die Feier, die verschiedene christliche Konfessionen wie Katholiken, Orthodoxe und Protestanten vereint. Auch wenn diese Konfessionen unterschiedliche Traditionen und Praktiken haben, ist Weihnachten eine Zeit, in der sie gemeinsam die Geburt Jesu feiern. In Städten und Dörfern werden gemeinsame Gottesdienste und Zusammenkünfte organisiert, bei denen die Menschen an Gebeten, Weihnachtsliedern und Festen teilnehmen und so ein Gefühl der Einheit unter den Gläubigen schaffen.

Ab Anfang Dezember sind die Häuser in Kerala mit großen, farbenfrohen Weihnachtssternen geschmückt, die vor den Häusern und Geschäften hängen. Die Mitternachtsmesse ist der Höhenpunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten. Die Kirche ist bis auf letzten Platz gefüllten. Nach dem Gottesdienst begrüßen sich die Menschen mit herzlichen Wünschen und kehren nach Hause zurück, um ein festliches Mahl mit Familie und Freunden zu genießen. Traditionelle Gerichte wie Appam und Stew, Biryani und verschiedene Süßigkeiten werden gemeinsam zubereitet und verzehrt, womit das Ende der Adventszeit und der Beginn der Weihnachtsfreuden eingeläutet wird.

Weihnachten in Kerala in Indien ist vor allem eine Zeit der Liebe, der Vertiefung von Bindungen und des Feierns der Geburt Christi im wahren Geist der Gemeinschaft. Die Traditionen stärken nicht nur die Bindungen innerhalb der christlichen Familien, sondern verbreiten auch Freundlichkeit, Liebe und Wohlwollen über verschiedene Gemeinschaften hinweg und zeigen den einzigartigen Geist der Einheit und Liebe.

Tijo Parathanath, syro-malabarische Gemeinde

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Italien

Struffoli

Buon Natale e Felice Anno Nuovo! Was isst man in Italien an den Festtagen? Panettone und Pandoro kennt mittlerweile fast jeder, auch außerhalb Italiens. Doch vielleicht ist nicht jedem ein ebenso köstliches Gericht bekannt, das vor allem im Süden Italiens zu Weihnachten (und darüber hinaus) zubereitet wird: die Struffoli! 

Struffoli sind kleine Teigkugeln, die in reichlich Honig getränkt und mit bunten Zuckerstreuseln und Schokolinsen dekoriert werden. Sie sind bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt und ein Highlight auf jeder Festtagstafel! In verschiedenen Regionen Italiens tragen sie unterschiedliche Namen, wie z. B. „Tardilli“ oder „Strufoli“, „Pignolata“ oder „Cicerchiata“. Auch gibt es viele Varianten (z. B. mit Rum oder Limoncello statt Weißwein oder mit kandierten Zitrusfrüchten als Deko), aber sie sind immer ein Genuss! Falls sie nicht sofort aufgegessen werden, lassen sie sich einige Tage lang in einem luftdichten Behälter bei Zimmertemperatur aufbewahren … doch meist sind sie schnell vergriffen!

Zutaten für den Teig (ca. 8 Personen):
• 500 g Mehl
• 50 g Zucker
• 1 Päckchen Vanillezucker
• 50 ml Weißwein
• 4 Eier
• 60 g Butter
• abgeriebene Zitronenschale
• abgeriebene Orangenschale
• Öl zum Frittieren

Zum Würzen und Dekorieren:
• 350 g Honig
• bunte Zuckerstreusel
• bunte Mini-Schokolinsen

Zubereitung:
• Alle Zutaten für den Teig zu einer glatten Masse verkneten und 30 Minuten ruhen lassen. Dann den Teig in orangengroßen Kugeln teilen und jede Kugel zu einer fingerdicken Stange formen.
• Die Stangen in kleine Stücke schneiden und nach und nach in reichlich heißem Öl frittieren, bis die Teigkugeln aufgehen und goldbraun werden (sie sollten jedoch nicht zu dunkel sein). Anschließend auf Küchenpapier abtropfen lassen.
• Den Honig in einem großen Topf im Wasserbad erwärmen, dann vom Herd nehmen und die frittierten Struffoli hinzufügen. Vorsichtig umrühren, bis alle Kugeln gut mit Honig überzogen sind. Die Hälfte der Zuckerstreusel und Schokolinsen dazugeben und erneut umrühren.
• Servierplatte vorbereiten: Ein leeres Konservenglas in die Mitte stellen und die Struffoli drumherum zu einem Kranz anrichten. Solange der Honig noch warm ist, die restlichen Zuckerstreusel und Schokolinsen darüberstreuen.
• Sobald der Honig fest geworden ist, das Glas vorsichtig entfernen und die Struffoli servieren.
Buon appetito, e buone Feste!

Valentina Vincis, italienische Gemeinde

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Kroatien

Oblatne

Wenn ihr euch ein Stück Urlaub nach Hause holen wollt, macht ihr Oblatne einfach selbst.

Zutaten:
• 300 ml Milch
• 200 g Zucker
• 200 g Butter
• 150 g Blockschokolade
• 150 g gemahlene Butterkekse
• 125 g gemahlene Walnüsse
• 1 Pk Oblatne (200 g)

Zubereitung:
• Milch in einen Topf gießen, Zucker hinzufügen und unter Rühren bei mittlerer Hitze auflösen.
• Butter und Blockschokolade zugeben und ebenfalls unter Rühren schmelzen lassen.
• Topf vom Herd nehmen und Butterkekse sowie Walnüsse in die Masse rühren.
• Die Creme abkühlen lassen, bis sie etwa Zimmertemperatur hat.
• Die Creme auf die erste Oblatne-Platte verstreichen. (Die großen Rauten sollten nach oben zeigen.)
• Die zweite Platte darauf legen und die Oberseite wieder mit der Creme einstreichen.
• So mit allen 5 Platten verfahren, wobei auf die oberste Platte keine Creme mehr kommt.
• Nun die Platten am besten mit einem Backblech beschweren, so dass sie fest aneinander gedrückt werden. Man kann das Backblech auch noch zusätzlich mit Wasser füllen, damit es schwerer wird.
• Jetzt lässt man die Oblatne erst einmal ruhen, am besten über Nacht.
• Man kann sie nun in kleine Quadrate oder Rauten schneiden und genießen.

Anna Remert, kroatische Gemeinde

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Polen

Mohnpielen aus Schlesien

Zutaten: 
• 500 g Mohn, gemahlen
• 1 Liter Milch
• 1 EL Butter
• 8 EL Honig
• 2 cl Rum
• 4 cl Amaretto
• 1 TL Zimt
• 100 g Rosinen, in etwas Rum eingeweicht
• 80 g Walnüsse, gehackt
• 80 g Mandeln, gehackte oder Mandelblättchen
• 400 g Zwieback (oder daumendicke Scheiben Mohnbrötchen oder Hefezopf)
• 2 EL Kokosraspel
• 1 EL Mandelblättchen

Zubereitung: 
• Das Rezept ist für eine große Schüssel. 
• Den Mohn mit der heißen Milch übergießen und unter ständigen Umrühren mit allen anderen Zutaten mischen und erhitzen. 
• Dann schichtweise mit dem Zwieback in eine Schüssel geben und nach Wahl dekorieren.

Barbara Golec, polnische Gemeinde

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Spanien

Rosca de Reyes, Dreikönigskranz

Zutaten: 
• 450 g Mehl
• 1 Tütchen trockene Hefe, in 5 EL warmer Milch aufgelöst
• 150 g Zucker
• 3 Eier
• 125 g Butter, zimmerwarm
• 4 EL warme Milch
• eine Prize Salz
• 2 TL Zimt Pulver
• 1/4 TL Anissamen
• 100 g Rosinen
• 1 TL Vanilleextrakt
• 1 kleine Porzellanpuppe

Für die Dekoration:
• 60 g getrocknete Feigen, in Streifen geschnitten
• 60 g kandierte Kirschen
• 60 g Zitronat, in Streifen geschnitten
• 60 g Orangeat, in Streifen geschnitten
• 60 g kandierte Zitronen, in Streifen geschnitten
• 1 Ei verquirlt
• etwas Zucker zum Bestreuen

Zubereitung:
• Mehl, Hefe, Eier, Milch Butter, Salz, Anissamen und Zimt sowie Vanilleextrakt zu einem Hefeteig verarbeiten. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort 2 bis 3 Stunden ruhen lassen bis er sein Volumen verdoppelt hat.
• Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche nochmals durchkneten und zu einem Kranz formen. Diesen auf ein mit Backpapier vorbereitetes Blech geben, dann die Porzellanpuppe im Teig verstecken. 
• Den Kranz mit dem kandierten Früchten verzieren und mit dem verquirlten Ei bestreichen, mit etwas Zucker bestreuen und im vorgeheizten Ofen bei 160 Grad etwa 40 Minuten backen.
• Der Dreikönigskranz ist fertig, wenn beim Klopfen gegen den Boden ein hohler Klang ertönt.

Der Kranz wird traditionell am 6. Januar in der Familie mit heißer Schokolade verzehrt. Wer die Porzellanpuppe in seinem Kranzstück findet, ist der König des Tages, muss aber ein Fest zu Lichtmess organisieren.

Die kandierten Früchte repräsentieren die Juwelen der drei Könige, die Jesus bei der Epiphanie besucht haben. Die Porzellanpuppe ist das Jesuskind selbst, das sich verstecken musste, um König Herodes zu entkommen.

Viel Spaß beim Backen!

Yanet Stoll, spanische Gemeinde

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Ukraine

Kutia

Kutia (ukrainisch кутя) ist das traditionelle Gericht an Weihnachten in der Ukraine. Es symbolisiert Hoffnung, Erfolg, Glück, Unsterblichkeit und Verbundenheit mit Familie und Vorfahren.

Zutaten:
Die Zutatenmengen und ihre Verhältnisse variieren sehr stark - je nach persönlichem Geschmack. Die Angaben dazu sind deshalb als Vorschlag zu verstehen.
• 150 g Weizen (man kann auch Gerste oder Reis nehmen)
• 150 g Honig
• 150 g Mohn (gemahlen oder zerrieben)
• 150 g Walnüsse (gehackt)
• 150 g Rosinen (auch 100 g getrocknete Aprikosen und 100 g Kirschen)

Vorbereitung:
• Waschen Sie das Getreide mehrmals mit klarem, kaltem Wasser und übergießen Sie es anschließend mit vorzugsweise weichem Quell- oder Brunnenwasser.
• Über Nacht quellen lassen.
• Morgens das Wasser vorsichtig abgießen, doppelt so viel sauberes Wasser wie Weizen hinzufügen, auf mittlere Hitze erhitzen und zum Kochen bringen.
• Anschließend die Hitze auf ein Minimum reduzieren und lange kochen (mind. 2-3 Stunden), damit sich das Korn „löst“. Wenn das Wasser verkocht ist, sollte es nachgefüllt werden.
• Den gekochten Weizen abkühlen lassen. Den zuvor in kochendem Wasser gedünsteten und dann abgetropften Mohn in einem Zerkleinerer zu einer homogenen Masse mahlen.
• Die Rosinen waschen und in heißem Wasser einweichen lassen.
• Das Wasser abgießen und die Rosinen auf eine Serviette legen, um die Feuchtigkeit aufzusaugen.
• Die Walnüsse hacken

Alle Zutaten miteinander vermischen:
• Mohn, Nüsse und Rosinen zum gekühlten Weizen geben und gründlich vermischen.
• Honig in einer Schüssel mit warmem Wasser (nicht wärmer als 40 Grad) auflösen (ca. 50 ml Wasser pro 1 Esslöffel Honig).
• Kutia mit der Honiglösung aufgießen, gut mischen und servieren.

Christina Chaban, ukrainische Gemeinde