
Beatrix Schubert, Wüstenwandererin, Pastoralrefentin und Klinikseelsorgerin i.R. |
Vom Gehen – in der Wüste und wo auch immer
„Durch die Wüste zu laufen bedeutet: mit jedem Schritt den Menschen hinter sich zu lassen, der du warst, so lange bis du geworden bist, wer du bist.“
Dynamik und Wachstum. Werden, nicht festhalten. Mitgehen mit der BeWEGung des Lebens. Das vor allem steckt in diesem Zitat aus dem Film „Nicht ganz koscher“, den ich nicht nur der wunderbaren Landschaftsbilder wegen mag. Nur in einem stimme ich nicht zu: Wir lassen nicht hinter uns, wer wir waren, sondern nehmen uns mit. Sonst könnte es kein Weiterhin geben, keine Kontinuität, keine Geschichte. Ohne die Wege, die wir schon gegangen sind, werden wir hier und heute nicht unsere Richtung finden.
Im Gehen verändern wir uns, bleiben nicht, wer wir waren. In diesem Sinn lassen wir den alten Menschen hinter uns. Nichts bleibt, wie es war, diese Realität lernen wir in den letzten Jahren auf mühsame, mitunter schmerzhafte Weise anzunehmen. Es ist Chance und Risiko zugleich, in jedem Fall Herausforderung.
Diese Lebens-Dynamik von gestern, heute und morgen, von Halten und Lassen, von Bleiben und Gehen wird spürbar, wenn ich zu Fuß unterwegs bin. Das ist so, wenn ich einen Tag lang auf der Alb wandere und ganz besonders, wenn ich mich in die Wüste aufmache. Was mir zum Wüstenwandern einfällt, gilt überhaupt für‘s Gehen – jedenfalls wenn ich Auge und Ohr dafür habe. Die Wüste verdichtet diese Möglichkeiten. Da hab ich mehr Zeit am Stück, da hab ich kein Dach über dem Kopf, tagelang, bin mitten drin in dieser überwältigenden Natur, die mir viel abverlangt: Mut, Kraft, Durchhaltewillen, körperliche, aber auch geistige Belastbarkeit zwischen „Ich kann nicht mehr!“ und „Ich hab’s geschafft!“ Da bin ich winzig in dieser unfassbaren Weite und unter dem Sternenhimmel, zugleich fühle ich mich aufgehoben, kraftvoll und wunderbar geerdet. Ich gehöre zu ihr, dieser Welt. Das wahrzunehmen, weist mir meinen (bescheidenen!) Platz zu, aber es gibt mir auch ein Zugehörigkeitsgefühl – eine Verbundenheit, die glücklich macht.
Das alles sind für mich zutiefst spirituelle Erfahrungen. Sie lassen mich wahrnehmen, erleben: Es gibt mehr als das, was ich anfassen, beweisen, verstehen kann. Sie geben mir einen Platz auf dieser Erde und unter den Menschen. Sie helfen mir zu erkennen, als was ich gemeint bin. All dies kann ich wunderbar mit meinem Glauben verbinden – aber es ist nicht auf christliche Verortung angewiesen. Wenn ich mich geborgen unter diesem großen Himmel erlebe, teile ich das Staunen mit allen, die noch staunen können. Das macht den Blick und die Herzen weit. Das alles – und manches mehr – macht das Gehen, ganz besonders das Gehen in der Wüste. Gott sei Dank.
www.wuestenwanderer.de
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Dr. Dieter Eckmann, Klinikpfarrer
Tagespilgerfahrten mit dem Bus – Pilgern light?
„Wie wäre es, wenn Sie als unser busfahrender Pfarrer auch Pilgerfahrten anbieten?“ Obwohl ich meine beiden Berufsausbildungen bis dato strikt voneinander getrennt habe, kam ich diesem Wunsch des Busunternehmens nach und biete seit 5 Jahren Tagespilgerfahrten an – mit wachsenden Teilnehmerzahlen und zugebenermaßen auch wachsender Freude.
„Wallfahrtsorte entdecken“, so lautet die Ausschreibung. Aber es ist weit mehr als das: Viele suchen geistliche Erfahrungen, indem sie sich in die Verehrungstradition am Wallfahrtsort einfügen und persönliche Anliegen vor Gott bringen. Andere suchen die Begegnung mit Menschen, das gemeinsame Unterwegssein, die kunsthistorischen Führungen vor Ort – und nebenbei und ganz niederschwellig den von mir angebotenen Gottesdienst samt den geistlichen Liedern und Texten im Bus. Was ich zunehmend spüre: Inzwischen ist aus der Wallfahrt als katholisches Brauchtum eine ökumenische, überkonfessionelle und interkulturelle Bewegung geworden. Sie erweist sich angesichts einer bunten Zusammensetzung der Teilnehmenden mit divergierenden Vorerfahrungen, Motiven und Erwartungen als Herausforderung, als prägende Signatur unserer Zeit.
Ich habe nachgelesen: Diese Situation fordert die christlichen Kirchen heraus, Pilgern als pastorale Chance im Sinne von diakonisch-missionarischen Begegnungs- und Lernorten angemessen wahrzunehmen und auszubauen. Also: Wieder eine pastorale Chance? Wieder eine Möglichkeit zu diakonisch-missionarischem Aufbruch? Irgendwie habe ich mir die Leichtigkeit und Freiheit bewahrt, meine busfahrenden Pilger so zu schätzen und auch wieder zu entlassen, wie sie gekommen sind: ohne Interesse, sie zu vereinnahmen oder irgendwie zu binden. Schön zu sehen, wie sie als „Berührte“, „Angerührte“ wieder auseinandergehen – im besten Sinne vergnügt, erfüllt, gesättigt mit mehr als man es sich wünschen konnte. Ob ich auf weiterführende Angebote in den Kirchengemeinden hinweise, fragte ein Mitbruder. Er war sichtlich enttäuscht, dass ich darauf nicht einging …
In der Tat sind viele Menschen nicht (mehr) vertraut mit Kirchenräumen, ihrer Architektur und Ikonographie, nicht mehr geübt, darin oder insgesamt dem Geheimnis des Lebens auf die Spur zu kommen. Es gilt deshalb, in Resonanzbeziehungen (Hartmut Rosa) zu kommen, die transformierend wirken, so könnte man das wissenschaftlich ausdrücken. „Religion in Bewegung“, so möchte ich es selbst bezeichnen – mit all den Konnotationen von Bewegung, die gerade auch für starre Systeme gelten: Wandlungsbereitschaft, Offenheit, Veränderung, Freiheit. Der Weg als körperlicher und geistlicher Prozess rückt in den Vordergrund …
Was aber, wenn der Weg – wie bei einer Busreise – nur mit einem fast 20-Tonnen-Gefährt zurückgelegt wird? Auch da gilt: Die Sehnsucht, der Aufbruch, das Suchen, das Durchhalten und Ankommen zählen. Angesichts vieler mitgeführter Rollatoren, zu bewältigender Ein- und Ausstiege, von belastenden Gebrechen und Krankheiten ganz zu schweigen, ist es eine Leistung, Religion in Bewegung zu erleben und in den spezifischen Ritualen das eigene Leben als sinnvoll zu deuten. Erfüllend, genau das als Busfahrer und Pfarrer so hautnah mitzuerleben …
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Dr. med. Marina Nusche
Wallfahrten und Exerzitien – Wege Gott zu suchen
Theresa von Avila vergleicht unser geistliches Leben mit einem Garten, der bewässert werden muss. Förderlich für das Wachstum unseres geistlichen Lebens und für unsere Beziehungsvertiefung zum dreifaltigen Gott ist, wenn wir uns immer wieder neu Zeit nehmen Gott zu suchen. Wallfahrten und Exerzitien ermöglichen solche Freiräume dafür.
Unter dem Motto von Hosea 10,12 „Es ist Zeit den Herrn zu suchen“ stand auch der Glaubensvertiefungskurs „Nehmt Neuland unter den Pflug“. Zusammen mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen waren wir eine Gruppe von ca. 43 Personen.
Intention und Inhalt des Kurses
Sr. Dr. Theresia Mende OP, promovierte Theologin und Oberin des Dominikanerklosters in Wettenhausen, hat diesen Kurs mit dem Ziel entwickelt, dass Menschen wieder Freude am Glauben finden. Der Kurs soll in den Teilnehmern neues Feuer für Jesus Christus, für sein Wort und für die Sakramente entfachen und sie motivieren als Zeugen Christi im Alltag zu leben. Der Kurs basiert inhaltlich auf zwei Säulen: Bibelauslegung und eucharistische Anbetung. Im Kursverlauf besteht unter anderem die Möglichkeit das Sakrament der Versöhnung und persönliches Segnungsgebet für die Heilung emotionaler Verletzungen zu empfangen.
Abschlussrunde
Im Rahmen der Abschlussrunde schilderten die Kursteilnehmer ihre Erfahrungen mit dem Kurs als durchweg sehr positiv. Exemplarisch führen wir hier einige Äußerungen auf: „Die Vorträge haben mich sehr bewegt und mir einen neuen Zugang zur Bibel eröffnet. Jetzt habe ich neue Motivation die Bibel einschließlich des AT zu lesen.“ „Wir haben die Fülle des katholischen Glaubens empfangen.“ „Ich bin sehr reich beschenkt worden.“ „Jetzt bin ich glücklich katholisch sein zu dürfen.“ „Nie hätte ich gedacht so einen wunderbaren Kurs hier in Tübingen besuchen zu dürfen.“ „Der Kurs ist die richtige Antwort auf die Nöte der katholischen Kirche in dieser Zeit.“ „Auch in der Mittagsmüdigkeit waren die Vorträge so interessant, dass ich nicht eingeschlafen bin.“ „Ich habe neue Motivation für meinen Glaubensweg erhalten.“ „Herzlichen Dank noch einmal für die Organisation und Gestaltung dieses tollen Kurses, der in seiner Kombination von Vorträgen, liturgischen Feiern, informellen Gesprächen in den Pausen und persönlichen Gebetsangeboten etwas ganz Besonderes war. Und danke auch für die leckere Verpflegung während der Zeit.“
Erfahrungsbericht eines Kursteilnehmers
„Der Kurs hat mich bestärkt und gefestigt im Glauben und eindrucksvoll gezeigt, wie reich – unabhängig vom Gottesdienst – die religiösen Formen in unserer Kirche sind. Schwester Theresia hat es in ihren Vorträgen geschafft, biblische Gestalten in unsere heutige Zeit zu tragen und für unser eigenes Leben lebendig zu machen.“ Wir bedanken uns sehr bei den Priestern Bernhard Schmid, Sigisbert Schwind aus Rottenburg und Tijomon Parathanath für die Kursbegleitung.
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Raffael Kurfeß, Oberministrant St. Michael
„Mit dir“ – Ministranten-Wallfahrt
nach Rom 2024
Eigentlich hätten wir schon 2022 fahren sollen – aber dann kam Corona. Doch jetzt, zwei Jahre später ist es wieder so weit; wir fahren nach Rom! 73 Minis aus Tübingen und Nachbarorten, 3.760 aus unserer Diözese, 35.000 aus Deutschland und 50.000 aus der ganzen Welt.
„Mit dir“, so lautet das Motto der diesjährigen Wallfahrt. Ich persönlich finde den Spruch aus Jesaja 41,10 sehr schön, denn er zeigt auf das, was beim Pilgern bzw. Wallfahren am allerwichtigsten ist. Nämlich, dass wir nicht alleine sind. Auf allen Wegen, die wir gehen, können wir uns sicher sein, Gott reist mit uns mit. Er beschützt uns. Er zeigt uns den Weg. Das Vertrauen, dass er bei uns ist, trägt uns, wenn wir müde und erschöpft sind.
„Mit dir“, damit sind aber auch die vielen Ministrantinnen und Ministranten gemeint, die mit uns sich auf die Reise nach Rom machen. Zusammen mit unseren Freundinnen und Freunden werden wir eine wunderschöne Woche in Rom verbringen, die sicher unvergesslich wird. Zusammen werden wir die Stadt mit all ihren Sehenswürdigkeiten erleben und eine schöne Zeit haben. Unsere Gruppe ist eine superstarke Gemeinschaft, auf die wir uns immer verlassen können.
In fünf Tagen werden wir viel erleben, wir besuchen den Petersdom, das Kolosseum die spanische Treppe und vieles mehr. Zusammen mit allen anderen Minis aus unserer Diözese werden wir gemeinsam in St. Paul vor den Mauern Gottesdienst feiern. Und natürlich wird auch das ein oder andere Eis verkostet …
Wir bedanken uns bei unserem Vorbereitungsteam Anne Lohmüller, Björn Hagner und Herrn Pfarrer Schmid, die sich sehr für unsere Reise eingesetzt haben. Und natürlich bedanken wir uns bei allen anderen, die uns unterstützt haben, den Kirchengemeinderäten und allen Gemeindemitgliedern, die für uns gespendet haben. Wir konnten in den Gemeinden St. Ägidius, St. Michael, St. Petrus und St. Pankratius ca. 5.000 € sammeln. Herzlichen Dank und vergelt’s Gott für Ihre Spende!
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Stephan Teuber
Ich setzte den Fuß in die Luft,
und sie trug
Seit etlichen Jahren pilgere ich mit einer kleinen Gruppe (3-5 Personen) jedes Jahr eine Woche auf dem Jakobsweg. Die Abschnitte wechseln. Häufig sind wir in Frankreich unterwegs, aber auch schon die Strecke von Tübingen bis an den Rhein haben wir gemeinsam genossen. Unser Motto: Der Weg ist das Ziel. Ob wir jemals in Santiago De Compostela ankommen? Wir wissen es nicht – und es ist auch nicht unsere Intention. Unsere Pilgerwochen sind für mich Exerzitien im Gehen. Wir starten am Morgen mit der Laudes, ein kleiner geistlicher Impuls am späten Vormittag und nach dem Erreichen des Tageszieles die Eucharistiefeier mit Bibel teilen. Natürlich kommen auch unsere anderen Bedürfnisse wie gutes Essen und persönlicher Austausch nicht zu kurz.
Das Zitat von Hilde Domin „Ich setzte einen Fuß in die Luft und sie trug“ wurde für mich zu einer zentralen Erfahrung. Bei aller Anstrengung und Konzentration im Gehen, so richtig sicher, ob mich der Boden trägt, das Gras rutschig ist oder sich unter dem Laub eine Kuhle verbirgt, so richtig sicher bin ich erst, wenn ich meinen Fuß gesetzt habe. Die Erfahrung beim Pilgern zeigt mir, dass ich zwar ein Ziel im Blick habe, doch in der konkreten Gehbewegung scheint mir der Weg eher entgegenzukommen. Und immer besteht die Unsicherheit, was beim Kontakt mit dem Boden entsteht. Ist es ein fester, sicherer und verlässlicher Kontakt oder ein eher unsicherer und flüchtiger Kontakt, bei dem ich froh bin, rasch den nächsten Schritt setzen zu können? Viel hängt auch von meiner Entschlossenheit ab, mit der ich voranschreite.
Vertrauensvoll voranschreiten und auf das Aufgefangen sein vertrauen
Für mich ist diese Woche im Pilgern immer wieder aufs Neue eine Erinnerung und Rückbesinnung auf meine Art und Weise zu leben. Habe ich im konkreten Moment eine Idee, wohin mich mein Streben führen soll? Und habe ich gleichzeitig das Gewahrsein, was sich ereignet? Es ist eine Gleichzeitigkeit von Intention – was ist meine konkrete Absicht? – und Kontemplation – was ist jenseits meiner Absicht wahrzunehmen und zu entdecken?
Mit jedem Schritt erlebe ich den festen Grund, auf dem ich gehe und im übertragenen Sinne ihn, aus dem ich lebe. Und gleichzeitig besteht da diese Unsicherheit in dem Moment, in dem sich mein Fuß in der Luft befindet. Meine ganze Erfahrung sagt mir, dass mich der Kontakt mit der Erde tragen wird. Doch ist dies nur die Erfahrung der vielen vorangegangen Schritte. Wird sich diese Erfahrung auch beim nächsten Schritt als tragfähig erweisen? Es bleibt die Unsicherheit mit der einzigen Konsequenz zu Vertrauen. Mich in dieses Vertrauen auf den nächsten Schritt, auf Gott einzuüben – das ist für mich die eigentliche Herausforderung und geistliche Erfahrung im Pilgern.
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Katharina Lang
Gehmeditation in freier Natur
Einfach gehen
Wichtig ist nicht das Ziel, wohin der Weg führt, sondern die Achtsamkeit auf den einzelnen Schritt und den Atem zu lenken. Diese helfen die Gedanken zu lassen und in die Gegenwart zu kommen, bei dem zu sein, was gerade ist. Schritt für Schritt.
Doch schnell kommen die Gedanken: Der Streit von gestern, Dinge, die noch nicht erledigt
sind. Ungeduld und Spannung machen sich breit. Ich will schneller gehen.Bewusst lenke ich meine Achtsamkeit wieder zu den Füßen. Manchmal wollen die Gedanken absolut nicht weichen, dann lasse ich ein wohlwollendes Wort oder das Jesus Gebet durch meinen Atem fließen. Blumen am Weg schauen mich an; ein Hund bellt. Ich bleibe mit meiner Achtsamkeit bei meinen Schritten. Je nach Dauer der Gehmeditation halte ich zwei bis drei Mal inne und lasse die Natur auf mich wirken, nehme den Ort wahr, an dem ich stehe: Fruchtbares Ackerland, blühende Wiesen, Schafe, Bäume, deren Blätter sich im Wind wiegen, das Zwitschern der Vögel, in der Ferne Kindergeschrei. Je länger ich schweige und achtsam gehe, desto sensibler wird meine Wahrnehmung. Da ist eine Schönheit, eine Ruhe, ein Frieden an diesem Ort und es ist, als wäre ich ein Teil davon und auch in mir breitet sich diese Ruhe aus. Ich spüre so etwas wie Ehrfurcht vor dem Wunder des Augenblicks. Er ist ein unerwartetes kostbares Geschenk. Und wieder beginne ich zu gehen. Überlasse mich dem Rhythmus, den meine Füße wie von selbst finden und kehre zum Ausgangspunkt zurück. Dankbar über das Wunder der Natur, gestärkt und innerlich bei mir angekommen, kehre ich voller Zuversicht, in den Alltag zurück. Wohlwissend, dass ich auch dort, ab und zu die Geschwindigkeit beim Gehen reduzieren und die Achtsamkeit auf meine Schritte lenken kann.
Häufig wird die Gehmeditation auch in der Gruppe durchgeführt. Alle gehen denselben Weg und hören dieselben Impulse. Und doch geht jede/r den ganz eigenen inneren Weg.
Hier sind Eindrücke von Teilnehmer*innen am Ende einer Gehmeditation:
• Die Natur und das achtsame Gehen helfen, das Kreisen um die eigenen Probleme zu lassen
• Ich fühle mich leichter und frei
• Ich bin zur Ruhe gekommen und konnte meine Last ablegen
• Mir hat geholfen, die Bitte um den eigenen inneren Frieden trotz allen Unfriedens im Außen mit in mein Gehen hinein zu nehmen
• Mir sind körperliche Beschwerden sehr bewusst geworden
• Es hat so gutgetan, nach dem Tod meiner Mutter in der Nähe eines Friedhofs schweigend in der Gruppe zu gehen
• Ich konnte endlich meine Emotionen zulassen; ich konnte weinen
• In mir ist eine große Dankbarkeit
• Der Schöpfer hat eine wunderbare Natur gemacht
• Ich bin innerlich so bereichert, dass ich jetzt gar nichts sagen möchte
Nach einer Gehmeditation und dem miteinander Teilen der verschiedenen Erfahrungen
auf dem Weg, kommen mir Worte aus der Bibel in den Sinn:
ich bin der weg und die wahrheit und das leben.