In loser Reihenfolge werden hier ehrenamtlich engagierte Personen vorgestellt oder stellen sich selber vor:

Kirchengemeinderätin St. Michael bis 2025

Anna-Maria Diemer

Im Jahre 2015 habe ich mich für den Kirchengemeinderat (KGR) zur Wahl gestellt. Meine Motivation war es, die offene Kirchengemeinde mit vielfältigen Begegnungen lebendig zu halten, so, wie ich Sie kennengelernt habe, als ich nach Tübingen gekommen bin. Mein Name ist Anna-Maria Diemer, ich bin Dipl.-Verwaltungswirtin.
Im Grunde hatte ich mir zuvor nie Gedanken darüber gemacht, mit welchem Aufgabenfeldern sich ein Kirchengemeinderat beschäftigt. Doch gerade diese Vielfalt war genau das Richtige für mich. Etwas zu gestalten und zu bewegen, hat mir schon immer Freude bereitet. So engagierte ich mich in verschiedenen Ausschüssen: Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit/Festausschuss, Soziales, Ökumene und Ökologie. Alles war spannend und interessant, manchmal auch hektisch, aber immer bereichernd. 
Viele Erlebnisse bleiben mir in positiver Erinnerung: die Begegnungen bei Festen auf dem Kirchplatz, die Gespräche nach den Gottesdiensten und der offene Austausch mit den Nachbarschaftsgemeinden. Doch einige haben mich besonders berührt, wie das Gemeindefest 2022, bei dem geflüchtete ukrainische Frauen uns mit ihren Köstlichkeiten verwöhnten – bis heute bestehen daraus Kontakte. Auch die herzlichen Begegnungen mit den Jesidinnen und Jesiden bei der Fotoausstellung 2024 zum Ankommen und Verwurzeln der Jesidinnen und Jesiden in Tübingen sowie die Ausstellung Oh Gott, diese Frauen im Jahr 2025 bleiben unvergesslich. Dieses wunderbare ökumenische Ausstellungsprojekt, in dem die Verbundenheit der drei Südstadtkirchen Eberhard, Kirch am Eck und St. Michael gelebt wurde. 
Mit dem ersten „Ökumenischen Passionsweg“ 2021 wurde die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Derendingen nach vielen Jahren wiederbelebt. Aus den positiven Rückmeldungen beider Gemeinden entstand danach der „Ökumenische Adventskalender“, bei dem seitdem jedes Jahr zwischen der Michaels- und der Galluskirche „neue Türchen“ geöffnet werden.   
Unvergesslich bleibt mir auch der Begegnungsnachmittag mit der Geschichtswerkstatt 2019 zu „70 Jahre St. Michael“. Besonders erfreulich war für mich, dass nicht nur ehemals aktive Gemeindemitglieder kamen, sondern auch viele ehemalige Ehrenamtliche und Hauptamtliche, die seit 1950 die "junge" Kirchengemeinde geprägt und zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Manche waren sogar von weit her angereist, um mitzuwirken und in den Austausch darüber zu kommen, was war, was ist und was sein wird.
Im Jahr 2025 stellte ich mich nicht mehr zur Wahl. Dennoch engagiere ich mich weiterhin beim Besuchsdienst von St. Michael, in der ökumenischen Arbeit sowie auf Ebene der Gesamtkirchengemeinde in den Projekten Ökologie (Klimaschutz, Bewahrung der Schöpfung, Kartoffelaktion) und im Zukunftsausschuss, der sich mit den Räumen für eine Kirche der Zukunft beschäftigt. 
Während meiner Zeit als Kirchengemeinderätin bin ich vielen Menschen begegnet, mit denen ich ohne das Ehrenamt wohl nie ins Gespräch gekommen wäre. Durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen und ihren Geschichten habe ich viel gelernt und verstanden. 
Und so kann ich sagen: SCHÖN WAR DIE ZEIT! Vielfältig, bereichernd und erfüllend, vielen Dank! 
Anna-Maria Diemer

Kirchengemeinderat St. Michael bis 2025

Manfred Pohl

Unvollständige Erinnerungen eines Kirchengemeinderates

· Memories are made of this –

An Mariä Lichtmess des Jahres 1953 eingetreten in diese Welt ohne einen Schimmer, was ein Kirchengemeinderat ist, gut katholisch aufgewachsen ,erste hl. Kommunion am 21.04.1963 -  Anfang der siebziger Jahre aus dem Religionsunterricht (nicht aus der Kirche) ausgetreten…
Dann, Jahre später, die  Begegnung mit Sr. Carlagnese auf Grund  des Carlo-Eintritts unserer Tochter, erste ehrenamtliche Tätigkeit im Förderverein des Carlo-Steeb-Kinderhauses. 
Wiederum Jahre später von Sr. Carlagnese ermutigt, sich doch mal für den Kirchengemeinderat zu bewerben….

Daraus entstand eine über 10 Jahre lange Tätigkeit im Kirchengemeinderat St. Michael und im Gesamtkirchengemeinderat, die längste Zeit auch im Vorsitz.
Etwas Bammel. In die Fußstapfen meiner Vorgängerin . der allseits beliebten Ursula Fritz zu treten.
2015 wurden in den KGR viele neue Leute gewählt; es herrschte Aufbruchsstimmung und…es war spannend:
Neubau unseres Gemeindehauses 2015 – 2017, Bauausschuss- für mich als frisch pensionierter Beamter der Bauverwaltung genau das richtige Betätigungsfeld.
Der plötzliche Ausfall von Stefan Müller Guggemos als Pastoralreferent bedeutete einen Einschnitt für mich und meine beiden Vertreterinnen Silke Geiger-Rudolph und Barbara Wolf. Als Laien eine Kirchengemeinde selbstständig zu leiten, konnte ich mir lange Zeit nicht vorstellen.
Dann der nächste Hammer. Die Corona-Epidemie zwang uns wiederholt zu Entscheidungen, die auch teilweise hart kritisiert wurden.
In der zweiten Wahlperiode nun vermehrt im Gesamtkirchengemeinderat zugange. Ich erinnere an die mühevolle Arbeit , bis die Gemeinden ihren Weg mit  nunmehr verankerten Leitungsteams  trotz fehlender Gemeindepfarrer weiter gehen konnten.
Mit der Neuwahl der Kirchengemeinderäte 2025 war es  an der Zeit, mich aus der aktuellen Arbeit zurück zu ziehen . Die Kraft hat nachgelassen, jüngere neue Leute sind gekommen und werden die Arbeit gut fortführen. Ich wünsche allen Gottes Segen für ihr Ehrenamt !
Nicht zuletzt die vielen Begegnungen und entstandenen Freundschaften haben mir gezeigt: unsere Kirche lebt von der Gemeinschaft und dem Teamgeist.
Danke allen Mitstreitern und Mitstreiterinnen für die gemeinsam erlebte Zeit !
Trotz Mühen und Zeitaufwand:
· Schön, so schön war die Zeit –

Manfred Pohl
03.07.2025

Kirchengemeinderätin St. Michael bis 2025

Barbara Wolf

Rückblick auf meine Zeit als Kirchengemeinderats-Mitglied in St. Michael Tübingen

 

Als ich vor etwas über 10 Jahren von der damaligen Kirchengemeinderatsvorsitzenden angesprochen wurde, ob ich nicht mehr Verantwortung übernehmen und für den KGR kandidieren wolle, habe ich mich gefreut. Ich hatte nämlich schon länger nach einer Aufgabe und damit einen Platz in der Gemeinde für mich gesucht. Den habe ich dadurch, dass ich gewählt wurde, auch gefunden. Es ist etwas schade, dass man offenbar erst ein Ehrenamt übernehmen muss, um sich in der Gemeinde beheimatet zu fühlen, aber für mich hat das gut gepasst. Ich wurde auch in das Leitungsteam gewählt, das durch eine längere Erkrankung der pastoralen Ansprechperson und ihr bald darauf erfolgtes Ausscheiden eine besondere Bedeutung erhielt. Der KGR und das Leitungsteam waren plötzlich tatsächlich in der Leitungsverantwortung für die ganze Gemeinde, was später durch eine formale Delegation auch rechtlich verbindlich abgesichert wurde. Da zeigten sich viele Verwaltungs- und Entscheidungsaufgaben, die traditionell den Hauptamtlichen (früher meist den Pfarrern) zugeordnet waren, es taten sich aber auch jede Menge Gestaltungsräume auf, die gefüllt werden konnten. Ich finde, dass das, was wir zuerst in St. Michael und dann später auch in den anderen Tübinger Gemeinden leben, wegweisend für die gesamte Strukturdiskussion in den deutschen Bistümern ist. Die Schaffung von Großgemeinden um die Hauptamtlichen halte ich nicht für zukunftsfähig, wohl aber die Übertragung von Leitungsverantwortung an die Ehrenamtlichen-Teams. Ein weiterer Baustein sind die größtenteils ebenfalls ehrenamtlich geleiteten Wortgottesfeiern, an denen ich weiterhin mitwirken darf. Diese ersetzen nicht Eucharistiefeiern, sondern bilden ein eigenständiges Gottesdienst-Element, das – meist ausgezeichnet durch sorgfältige Vorbereitung – den Eucharistiefeiern an Feierlichkeit gleichrangig sind. Auch hier genieße ich die Gestaltungsmöglichkeiten. Meine KGR-Zeit habe ich mit Beendigung meiner Berufstätigkeit ebenfalls beendet, um frei für ’s Reisen zu sein, hoffe aber trotzdem, einen Platz in der Gemeinde zu behalten.

Barbara Wolf                                                                         07.07.2025

(KGR-Mitglied St. Michael 2015-2025, Mitglied des Leitungsteams 2015- 2024)